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Wallfahrt nach Italien

s3130361Ein voller Erfolg war die von P. Klaus Holzer und seinen Mitbrüdern geleitete Wallfahrt nach Italien! Neben den vier Passionisten P. Klaus, P. Johannes, Br. Matthias und Br. Franziskus sowie Postulant Joseph Biedermann beteiligten sich noch weitere 39 Personen an der Wallfahrt.

Das erste Ziel war Castellazzo im Piemont. Unser Ordensgründer Paul vom Kreuz hat sich in einer Abstellkammer neben der Sakristei in der dortigen Kirche San Carlo vierzig Tage zurückgezogen, um die Ordensregel zu schreiben. Der kleine Raum zog trotz seiner Schlichtheit manchen Teilnehmer in den Bann.

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Am nächsten Tag ging es durch landschaftlich liebliche Gegend nach Ovada zu den Passionistinnen, die uns überaus herzlich aufnahmen. Dort konnten wir die Hl. Messe feiern und den Ordensschwestern begegnen. Ein kleiner Fußmarsch zum Geburtshaus stand dann an. P. Massimiliano, ein Mitbruder, der im Heiligtum „Madonna delle Rocche“ unweit von Ovada stationiert ist, führte uns zunächst zur Kirche Maria Himmelfahrt, in der die Eltern von Paul vom Kreuz heirateten. Dann besichtigten wir das Geburtshaus. An der Stelle, an der der Heilige geboren wurde, steht jetzt ein Altar. Das Geburtszimmer wurde zu einer Kapelle umfunktioniert.

Nächste Station war Lucca. Wir kamen dort fast zwei Stunden später an wie geplant und mussten uns so auf die Kirche beschränken, in der die hl. Gemma Galgani in einem Glassarg liegt. Nach einer Zeit des Gebets fuhren wir dann weiter ins Kloster San Giuseppe auf dem Monte Argentario bei Orbetello.

Der Monte Argentario ist für viele Menschen besonders anziehend. Auch unsere Wallfahrer schlug er wieder in den Bann. Nach der Feier der Hl. Messe und einer ausgiebigen Zeit des Gebetes vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, gingen wir geistlich gestärkt zum Kloster Presentazione. Dort bekamen wir von P. Filippo eine Führung durch Kirche und Kloster.  Zuvor aber durchschritt unsere Gruppe die erste Heilige Pforte während dieser Wallfahrt.

Am Nachmittag machte sich der Großteil unserer Gruppe nach Porto Ercole auf. Dort war unser Gründer oft und predigte in der Kirche San Erasmo. Leider war diese Kirche verschlossen, und auch die Paul-vom-Kreuz-Kirche im Zentrum des Ortes war wegen Bauarbeiten nicht zugänglich. Es gab aber eine offene sehr gute Eisdiele! Mit Blick aufs Meer schmeckten Eis sowie Kaffee noch einmal besser! Am Abend nahmen einige das Angebot zur Beichte gerne an.

Schon um 8.00 Uhr machten wir uns am Donnerstag, 21. April, auf den Weg nach Rom. Erstes Ziel war unser Generalat. Wir kamen gut durch den Verkehr und konnten dann zunächst in der Marienkapelle die Hl. Messe feiern. Im Anschluss daran führte uns P. Ciro Benedittini, ehemals zweiter Sprecher im Vatikan, durch Kloster und Kirche. Interessant waren vor allem das Sterbezimmer unseres Gründers, das neue Museum mit sehr vielen Reliquien und die Stifterkapelle in der Kirche Johannes und Paulus. Nach einem guten Mittagessen im Saal „Germano Ruopolo“ gingen wir noch durch den Garten des Generalates. Von dort aus marschierten wir zur Laterankirche. Dort bekamen wir von unserem Wallfahrtsteilnehmer Dr. Markus Büning eine sehr gute Führung durch die Kirche. Anschließend ging es zur nahen Heiligen Stiege, die von uns Passionisten betreut wird. Nach einem Besuch des Grabes von P. Candido Amantini betete der Großteil der Gruppe die Heilige Stiege hinauf. Es war ein sehr beeindruckender Tag! Wir fuhren dann am Abend wieder zurück ins Kloster San Giuseppe.

Am Freitag mussten wir uns vom geliebten Kloster trennen und fuhren nach San Gabriele. Aber nicht ohne unterwegs noch einigen Heiligen einen Besuch abzustatten. Zunächst machten wir Halt im zweiten Kloster unserer Kongregation in Vetralla. Dort hat Paul vom Kreuz 25 Jahre seines Lebens verbracht und in einer Zelle des Klosters unzählige Briefe geschrieben. Wir konnten auch vor den Gebeinen des sel. Lorenzo Salvi beten und viele Eindrücke sammeln bei der Führung durch Kirche und Kloster, die P. Adolfo Lippi durchführte. Nach einem kleinen Imbiss fuhren wir dann am Nachmittag weiter nach Viterbo. In der Kirche des Klarissenklosters wartete eine Heilige des 13. Jahrhunderts auf uns: Rosa von Viterbo. Diese Heilige übte eine große Anziehungskraft auf uns aus. P. Klaus und Br. Franziskus durften sogar ganz nahe an den ansonsten nicht zugänglichen Schrein herantreten und diesen berühren. Anschließend war ein Spaziergang angesagt bei ziemlich trübem Wetter. Wir liefen ca. 15 Minuten zur Kapuzinerkirche, um dem hl. Crispin einen Besuch abzustatten. Auch dort konnten wir einige Zeit im Gebet verbringen, um dann nach Isola di Gran Sasso (San Gabriele) weiterzufahren. Pünktlich kamen wir in unseren Hotels „Pina“ und „Teresa“ an, um dann ein leckeres Abendessen einnehmen zu können (Stichwort: „Spaghetti alla chitarra“).

Der „Wundertag“: Am Samstag fuhren wir nach Manoppello. Dort wartete ein Schleier, das „Volto Santo von Manoppello“, auf uns. Es handelt sich dabei um eine Ikone auf einem hauchdünnen Tuch, die in der kleinen italienischen Stadt als Reliquie verehrt wird. In den letzten Jahren wurde das Tuch aufgrund der Rätselhaftigkeit seiner Herkunft, seines Materials und des darauf befindlichen Gesichtes bekannt. Wir durften dort durch zwei Ordensschwestern eine beeindruckende Führung und Erklärungen zum Schleiertuch erleben.

Von Manoppello fuhren wir weiter nach Fossacesia. In einem Flügel der dortigen Abtei „San Giovanni in Venere“ gibt es seit 1954 einen Passionistenkonvent. P. Domenico gab uns eine mit Herzblut garnierte Führung rund um diese beeindruckende Abtei, deren Bauplanung 1165 begann, die Ausführung aber erst nach 1200. Es gab hier als Vorgängerbau einen Tempel der Venus Conciliatrix, der der späteren romanischen Benediktineranlage ihren Namen gab.

Dann fuhren wir in das wenige Kilometer entfernte Lanciano. Dieser Ort ist weltberühmt wegen eines eucharistischen Wunders, das sich dort bereits im 8. Jahrhundert ereignet hat. Wir konnten dort trotz vieler Leute eucharistische Anbetung halten. Beeindruckt und im Glauben gestärkt fuhren wir zurück nach San Gabriele.

Vom Wetter her war der Sonntag der schwierigste Tag. Es war kalt und regnete. Nach einer gnadenreichen Feier der Hl. Messe in der alten Basilika in San Gabriele führte uns P. Natale, der Rektor des Klosters und der Kirche, zwei Stunden lang durch Kirche und Kloster. Wir konnten viele wichtige Informationen über das Leben und Wirken des hl. Gabriel Possenti erhalten. Ein Gruppenfoto am Ende der Führung rundete die kurzweilige Führung ab. Am Nachmittag machte sich der Großteil unserer Gruppe nach L’Aquila auf. Diese Stadt leidet bis heute sehr stark unter den Folgen eines Erdbebens vom 6. April 2009. Die Innenstadt wirkt irgendwie leer und gespenstisch. Wir konnten in der Basilika San Bernardino vor dem Sarg des hl. Bernhardin von Siena beten. Ursprünglich lag dieser Heilige in einem Mausoleum, aber wegen des Erdbebens musst er gleichsam „umziehen“. Einige Wallfahrer versuchten dann noch, in den Dom von L’Aquila zu gehen, mussten aber feststellen, dass er noch nicht zugänglich ist.

Eine Woche waren wir nun schon gemeinsam unterwegs, um am Montag, dem 25. April, San Gabriele zu verlassen. Der nächste Ort, den wir besuchten, war Morrovalle. Dort gibt es ein Kloster der Passionisten mitten in den Marken, in dem der hl. Gabriel Possenti den Passionistenhabit erhielt und sein Noviziat absolvierte. Wir konnten das Zimmer besuchen, in dem der Heilige gewohnt und geschlafen hat.

Ein nicht erwartetes „Highlight“ gab es dann, als wir uns kurzfristig zu einem Mittagessen im Hotelrestaurant „San Crispino“ in Trodica entschlossen. Das sehr gute Menu für 15 Euro, inklusive Getränke, war seinen Preis mehr als wert. Gut gesättigt konnten wir so zusammen mit P. Roberto Cecconi nach Macerata fahren, um im dortigen Dom die nächste Überraschung zu erleben. Wir wussten, dass sich dort die sterblichen Überreste unseres heiligen Passionistenbischofs Vinzenz Maria Strambibefinden. Wir wussten aber nicht, dass dort auch ein eucharistisches Wunder zu bestaunen ist. Am 25. April 1356 zweifelte ein Priester während der Heiligen Messe in dieser Kirche an der wirklichen Präsenz des heiligen Leibes Christi in der Eucharistie. Dies führte dazu, dass der Priester mit großem Staunen sah, wie ein Blutstrahl aus der Hostie entsprang, der das Leinentuch und den Kelch auf dem Altar mit Blut befleckte. Wir konnten dieses alte „Corporale“ bestaunen und ehrfürchtig davor verharren. Interessanterweise waren wir am Jahrestag dieses Wunders da!

Wir hatten noch etwas Zeit, um schließlich ins ca. 22 km entfernte Tolentino zu fahren. Dort steht eine wunderschöne Basilika zu Ehren des heiligen Nikolaus von Tolentino. Wir bekamen eine kleine Führung durch einen Augustinermönch in einer eigenen Kapelle, deren wunderschöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert von Künstlern der Giotto-Schule in Rimini stammen. Dann bestand noch die Möglichkeit vor dem Sarg des hl. Nikolaus zu beten. Ein beeindruckendes Erlebnis!

Dieser Tag brachte wirklich viele angenehme Überraschungen. Froh gestimmt fuhren wir dann nach Camerano ins Hotel „Tre Querce“ („Drei Eichen“). Von diesem Hotel, das auf einem Hügel liegt, konnten wir das Meer und die Stadt Ancona sehen.

Nach dem Tag der Überraschungen fuhren wir am Dienstag nach Loreto. Die dortige Basilika wurde eigens für das Heilige Haus von Nazareth gebaut. Die Zeit in der Kirche und im Heiligen Haus war sehr kostbar. Viele Gnaden sind uns da geschenkt worden. Mehr als 200 Heilige und Selige haben diesen Ort aufgesucht! Darunter auch unser Ordensgründer Paul vom Kreuz, der hl. Vinzenz Maria Strambi  und der hl. Gabriel Possenti.

Nach einem kurzen, windigen Abstecher ans Meer, der uns erfrischt hat, fuhren wir weiter nach Osimo. Dort machten wir in der Klosterkirche Bekanntschaft mit dem hl. Josef von Copertino, dem „schwebenden“ Minoritenheiligen des 17. Jahrhunderts. Wir konnten ein kleines Museum besichtigen und vor dem gläsernen Schrein des Heiligen beten. Zufrieden und doch müde fuhren wir wieder ins Hotel zurück.

Ein echter Höhepunkt wartete dann noch am Mittwoch, dem 27. April, auf unsere Wallfahrer. Assisi war das gesteckte Ziel! Über Assisi und die beiden Heiligen Franziskus und Klara müssen nicht viele Worte verloren werden. Wir steuerten direkt die Kirche der deutschen Klarissen an, um die Hl. Messe zu feiern. Im Anschluss daran gab es eine sehr gute Brotzeit. Die Klarissen haben sich viel Mühe für uns gegeben! Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Jeder konnte die Kirchen besuchen, die ihn interessierten. Assisi war bei schönem Wetter wirklich eine Reise wert. So mancher Teilnehmer hat sich vorgenommen, wieder dorthin zurückzukehren.

Dann war am Donnerstag die Heimreise angesagt. Fast ein wenig traurig machten wir uns wieder auf nach Deutschland. Aber vorher wollten wir noch in Casale einem weiteren Passionisten einen Besuch abstatten. Unweit von der Autobahn bei Rimini liegt ein von den Passionisten betreutes Marienheiligtum. Wir feierten dort unsere letzte gemeinsame Hl. Messe und beteten noch vor dem Schrein des sel. Pio Campedelli. Wer im Kleinen absolut treu gegenüber dem Willen Gottes ist, darf auf eine Erhöhung durch Gott hoffen. Das wurde uns durch das Leben dieses jungen Seligen vor Augen geführt. Wir schlossen ihn in unser Herz und machten uns dann wieder auf Richtung Südtirol. Dort wartete der letzte Höhepunkt der Reise auf uns. Wir machten in Trient, dem Ort des immer wieder unterbrochenen Konzils von 1545 – 63, eine längere Mittagspause. Dr. Markus Büning gab uns noch wertvolle Hinweise zu dieser Stadt und dem Konzil. Die letzte Chance zu einem italienischen Eis wurde von den meisten Wallfahrern genutzt.

Wir kamen dann noch vor 21 Uhr in München an. Eine intensive Verabschiedungszeremonie endete damit, dass der Bus Platz machen musste und die Oberpfälzer Teilnehmer noch ca. zwei Stunden Fahrtzeit nach Schwarzenfeld vor sich hatten …

Es war eine beeindruckende Wallfahrt! Wir haben ca. acht Heilige Pforten durchschritten und sind vielen Heiligen und Seligen begegnet. Für die erhaltenen Gnaden sei unserem Dreifaltigen Gott gedankt!

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