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Frohe Weihnachten!

„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“ (Lk 2, 11)

An jedem Weihnachtsfest verkündet die Kirche von neuem die große Freude, dass Gott Fleisch geworden ist, dass Er unsere arme, elende Menschennatur angenommen hat, um jenen „wunderbaren Tausch“ zu vollziehen, von dem die Weihnachtspräfation spricht: „Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen: dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfangen in Christus dein göttliches Leben.“

Inkarnation und Passion, Fleischwerdung und Leiden Christi bilden das eine große Geheimnis unserer Erlösung. Gott ist uns ganz nahe gekommen. In Jesus Christus ist er eingetreten in die konkrete Geschichte der Menschheit. Er ist den Weg des Menschen gegangen, um uns Menschen den Weg zu Gott zu weisen.

Christus hat unsere Sünde und damit unser Leiden auf sich genommen und durch die Kraft seiner Liebe überwunden. In Ihm ist das Leben, nach dem wir uns sehnen. Er ist und bleibt der Sieger, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen.

An dieses Erlösungsgeheimnis denken wir, wenn wir Weihnachten feiern. Dieses christliche Kerngeheimnis gilt es immer neu der Welt zu künden und die Menschen damit in Berührung zu bringen. Das war und ist die erste Pflicht der Apostel und ihrer Nachfolger bis heute. Evangelisierung bleibt daher der wichtigste Auftrag der Kirche durch alle Zeiten hindurch.

In der derzeitigen kirchlichen Situation scheint dies aber immer wieder aus dem Fokus zu geraten. Zu sehr sind innerkirchliche Kreise mit sich selbst beschäftigt. Emanzipatorisches Denken, der Kampf um gleiche Rechte, der Ruf nach Abschaffung scheinbar völlig unzeitgemäßer Moralprinzipien, Forderungen nach mehr Demokratie usw. lassen stark eine übernatürliche Sehweise vermissen.

Dabei übersieht man, dass eine von Menschen gemachte Kirche nicht in der Lage ist, den Menschen zu erlösen. Das kann nur der Herr der Kirche, der Heiland Jesus Christus. In ihm wollen wir uns bei der allgemeinen – durch manche Hirten selbst ausgelösten – Verwirrung festmachen und Ihm folgen, der der oberste Hirte unserer Seelen ist.

So wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner Mitbrüder in den Klöstern München, Maria Schutz, Schwarzenfeld und Eichstätt ein gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr!

Ihr

P. Gregor Lenzen CP, Provinzial

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