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Spiritueller Impuls: Das Leiden Jesu als Ausdruck der Liebe Gottes

Unser Orden feiert das 300-jährige Jubiläum seiner Gründung. Im Jahre 1720 verfasste Paul vom Kreuz die Ordensregel, nach der wir Passionisten heute noch leben. Unsere Ordensgemeinschaft nennt sich „Passionisten“. Das Wort „Passionisten“ kommt von dem lateinischen Wort „passio“ – Leiden.

Das zentrale Thema unserer Ordens-Spiritualität ist: „Das Leiden Jesu ist Ausdruck der Liebe Gottes“ zu uns Menschen. Jeder Mensch – gleich welcher Nation oder Rasse – strebt danach: zu lieben und geliebt zu werden. Außerdem gilt: Jeder Mensch wird in seinem Leben mit dem Leiden konfrontiert. Leiden ist alles, was uns seelischen oder körperlichen Schmerz bereitet.

Unser Herr und Meister Jesus Christus hat in seinem Leben als Mensch intensive Leiden erlitten. In der Bibel, der Heiligen Schrift, erfahren wir Einzelheiten über das Leben und die Lehre Jesu. Der Bericht über die Passion Jesu ist in den Evangelien der umfangreichste. Das veranlasste manche Theologen, die Evangelien als „längere Einleitung zur Passionsgeschichte“ zu charakterisieren. Das ist aber übertrieben. Denn die Evangelien berichten auch über die Predigten und Wunder Jesu und sagen, dass mit ihm das Reich Gottes in die Welt gekommen ist.

Das Hauptthema der Predigen Jesu ist die Liebe zum Nächsten. Das Leben aus der Liebe entscheidet, wie unser Leben nach dem Tode sein wird, ob Freude und Glückseligkeit oder Schmerz und Qual.

Zur Liebe gehört auch das Leid. Wir Menschen sind zunächst auf unseren eigenen Vorteil bedacht. Die Liebe sieht vor allem das Befinden des Nächsten. Doch dazu müssen wir uns oft überwinden, und es bereitet uns Leid. Zur Liebe gehört das Opfer. Das Opfer aus Liebe macht nicht traurig, sondern es schenkt inneren Frieden, Frohsinn und macht glücklich, auch wenn der Schmerz noch nachwirken kann.

Unser Herr Jesus ist von seinem Leiden und Sterben nicht geflohen, sondern hat es angenommen und für uns durchlitten. Aus Liebe angenommenes Leiden macht die Liebe zum Geliebten tiefer und reiner. Unser Gründer Paul vom Kreuz ist durch die Betrachtung des Leidens Jesu selbst zur größeren Nächstenliebe gelangt.

Danken wir unserem Herrn und Gott, dass er unserem heiligen Gründer diese Gnade geschenkt und uns diesen Weg gewiesen hat.

P. Dr. Martin Bialas CP

 

P. Dr. Martin Bialas, Jg. 1940, gehört zu den besten Kennern der Spiritualität unseres Ordensgründers im deutschsprachigen Raum. Er wurde mit einer Arbeit über das Leiden beim hl. Paul vom Kreuz unter Prof. Joseph Ratzinger und Prof. Johann Auer promoviert. P. Martin gehört zu unserer Kommunität in Schwarzenfeld.

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