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Spiritueller Impuls: Eine wichtige Entscheidung

Die Liturgie der katholischen Kirche beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch mit der Auflegung des sogenannten Aschenkreuzes. Den Gottesdienstteilnehmern wird mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gestreut und der Priester spricht dabei einen Satz. Er hat zwei Auswahlmöglichkeiten, die erste lautet:

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“

In der aktuellen Zeit, in der wir so unter dem Coronavirus leiden, uns liebe Menschen verlassen und wir mit der sozialen Isolation zu kämpfen haben, ist das eine Grunderkenntnis, die wir sonst gerne vergessen. Wir sind endliche Menschen und jeder Tag, den wir leben dürfen, ist wertvoll und kostbar. Wir sind von Gott ins Dasein gerufen, um ein Geschenk für diese Welt zu sein, und er wird uns eines Tages wieder aus dieser Welt herausrufen. Die Botschaft der Fastenzeit ist nicht Panik, wohl aber Achtsamkeit, realistische Einschätzung der Situation und ein Ruf zur Umkehr, der lieber heute als morgen gehört werden will.

Darum hat der Priester bei der Auflegung des Aschenkreuzes auch die Möglichkeit, einen anderen Satz zu sprechen, nämlich:

„Kehre um und glaube an das Evangelium.“

Was ist das Evangelium? Es ist nicht in erster Linie ein Buch oder eine Geschichte, die sich vor zweitausend Jahren abgespielt hat. Das Evangelium ist die gute Nachricht, dass Gott seinen Sohn zu uns in die Welt gesandt hat, um uns zu zeigen wie sehr er uns liebt. Und diese Nachricht erreicht uns in der Zeit, in der wir 24 Stunden am Tag von schlechten Nachrichten überhäuft werden! Gott hat uns nicht vergessen, sondern will auch jetzt – gerade heute –, dass wir uns für die gute Botschaft von der Erlösung und Liebe Gottes entscheiden und mit Mut durch die Zeit dieser Pandemie gehen.

Dieses Jahr erscheint der Aufruf, an die frohe Botschaft zu glauben, wie er am Aschermittwoch an uns ergeht, noch mehr an eine Entscheidung für das Gute gebunden zu sein als noch in den Vorjahren. Die Frage, wem wir im Tiefsten unseres Herzens vertrauen, ist kein Selbstläufer und verlangt von uns Bestimmtheit. „Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für das Licht von oben“, wie sich die heilige Edith Stein ausdrückte. In diesem Jahr müssen wir uns noch mehr an dem Licht von oben festhalten, das uns auch durch die Dunkelheit unserer Tage führt. Entscheiden wir uns noch heute, am besten hier und jetzt, diesem Gott, der uns die gute Botschaft bringt, zu vertrauen. Am Ende der Fastenzeit wird das die wichtigste Entscheidung gewesen sein.

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