Jesus nachfolgen im Leben und Apostolat

Der heilige Paul vom Kreuz sammelte Gefährten, damit sie in Gemeinschaft leben und den Menschen das Evangelium verkünden.
Im Anfang gab er ihnen den Namen: „Die Armen Jesu“. Ihr Leben sollte nämlich auf die evangelische Armut gegründet sein, welche die notwendige Voraussetzung ist, um die anderen evangelischen Räte befolgen zu können, um im Gebet zu verharren und um das Wort vom Kreuz unablässig zu verkünden.

Er wollte, dass alle, die sich ihm anschließen, wie die Apostel leben und einen tiefen Geist des Gebetes, der Buße und der Einsamkeit pflegen, um zur innigsten Vereinigung mit Gott zu gelangen und Zeugen seiner Liebe sein zu können.
Er war mit den Nöten und Leiden der Menschen seiner Zeit wohl vertraut. Als wirksamstes Mittel dagegen verkündete er mit großem Nachdruck das Leiden Christi, „das größte und überwältigendste Werk der Liebe Gottes“.

 

Zeitlose Spiritualität

Die Kirche erkannte beim heiligen Paul vom Kreuz das Wirken des Heiligen Geistes. Mit höchster Autorität bestätigte sie unsere Kongregation und ihre Regel und gab uns den Auftrag, durch unser Leben und unser Apostolat das Evangelium vom Leiden Jesu zu verkünden.

Diese Sendung behält ihre Kraft und zeitlose Gültigkeit. Um sie zu erfüllen, leben wir in apostolischen Gemeinschaften zusammen und arbeiten für das Kommen des Reiches Gottes.

Im Vertrauen auf Gottes Hilfe streben wir, trotz menschlicher Begrenztheit danach, dem Geist des Evangeliums und dem Erbe unseres Gründers treu zu bleiben.

 

Verkündigung der gekreuzigten Liebe Jesu

Wir sind uns bewusst, dass die Passion Christi in dieser Welt fortdauert bis er wiederkommt in Herrlichkeit. Wir nehmen Anteil an den Freuden und Leiden der Menschheit, die zum Vater pilgert. Wir teilen vor allem die Not jener, die arm und verlassen sind und bemühen uns, ihnen Trost zu bringen und die Last ihrer Leiden zu lindern.
Aus der Kraft des Kreuzes Christi, die Weisheit Gottes ist, empfangen wir die Fähigkeit, mitzuhelfen, die Ursachen menschlichen Leides zu überwinden.

Durch den Dienst am Wort vom Kreuz ist unsere Sendung deshalb auf die Verkündigung des Evangeliums ausgerichtet, damit alle Menschen Christus und die Kraft seiner Auferstehung erkennen. Jeder, der an den Leiden des Herrn teilnimmt, wird ihm in seinem Tode ähnlich, um so zu seiner Herrlichkeit zu gelangen. (vgl. Phil. 3,10-11)
Wir alle widmen uns diesem Apostolat, jeder nach seinen Möglichkeiten und Talenten.

 

Unsere Ziele

Wir nehmen bereitwillig die Verpflichtungen an, die der persönlich Anruf des Vaters zur Nachfolge des gekreuzigten Christus jedem einzelnen von uns auferlegt, nämlich:

  • das fortwährende Bemühen, das Evangelium zur höchsten Norm und Richtschnur unseres Lebens zu machen;
  • die ständige Bereitschaft, frohen Herzens in brüderlicher Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten und die Konstitutionen im Geiste des heiligen Paul vom Kreuz zu beobachten;
  • die starke Entschlossenheit, den Geist des Gebetes in uns zu pflegen und andere das Beten zu lehren;
  • schließlich eine große Aufmerksamkeit für die Nöte der Brüder zu haben und danach zu streben, sie durch die Botschaft vom Kreuz zur Fülle der christlichen Berufung zu führen.

 

Der Blick auf den Gekreuzigten

Im Leiden Christi verwirklichen wir die Einheit unseres Lebens und unseres Apostolates. Seine Passion offenbart die Kraft Gottes, welche die Welt durchdringt, um die Macht des Bösen zu vernichten und das Reich Gottes aufzubauen.
Wir sind berufen an der Sendung dessen teilzuhaben, „der sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm“ (Phil 2,7). In beständigem Gebet schauen wir auf Christus, der in der Hingabe seines Lebens die Liebe Gottes zu uns Menschen offenbart und uns den Weg zeigt, den wir gehen müssen, um zum Vater zu gelangen. Dieses Schauen auf den Herrn befähigt uns immer mehr, seine Liebe zu bezeugen und anderen zu helfen, ihr Leben in Christus dem Vater zu weihen.

 

Der Passion des Herrn geweiht

Unsere Teilhabe an der Passion Christi, die zugleich persönlicher, gemeinschaftlicher und apostolischer Natur ist, findet ihren Ausdruck in einem besonderen Gelübde. Durch dieses Gelübde verpflichten wir uns, das Gedächtnis des Leidens Christi durch Wort und Tat zu verbreiten, um ein tieferes Bewusstsein seiner Bedeutung und seiner Kraft für jeden einzelnen Menschen und für das Leben der Welt zu wecken.

Durch diese Verpflichtung nimmt unsere Kongregation ihren Platz in der Kirche ein und weiht sich ganz der Erfüllung ihrer Sendung.
Im Licht dieses Gelübdes leben wir die evangelischen Räte. Wir bemühen uns, dieses besondere Versprechen in unserem alltäglichen Leben zu verwirklichen.

Auf diese Weise werden unsere Gemeinschaften in der Kirche und in der Welt zu einem Sauerteig der Erlösung. Wir führen ein Leben, das dem Gedächtnis der Passion Christi in unserer Zeit geweiht ist.

(Quelle: Konstitutionen der Kongregation vom Leiden Jesu Christi, 1-6.)