Der
Passionistenbischof und Märtyrer, Eugen Bossilkov, wurde am 16.
November 1900 in Belene (Bulgarien) geboren. Seine Eltern waren
katholische Bauern und gehörten dem lateinischen Ritus an.
1914 begann er sein Studium bei den Passionisten, welche
seit 1781 in Nordbulgarien missionierten. Am 28. April 1919
wurde er mit dem Habit der Passionisten bekleidet. Er durchlief Seminare
in Belgien und Holland und legte am 29. April 1920 seine
Profess ab. 1924 kehrte er nach Bulgarien zurück, um seine theologischen
Studien wiederaufzunehmen und wurde schließlich 1926 von Bischof
Damian Theelen (Passionist) zum Priester geweiht.
1927 wurde er nach Rom gesandt, um dort am päpstlichen orient--alischen
Institut zu promovieren. Seine These: Die Einheit der Bulgaren mit der
römischen Kirche im frühen 13. Jahrhundert, verteidigte er erfolgreich.
1933 kehrte er in seine Diözese zurück und wurde Sekretär
des Bischofs und Dompfarrer. P. Eugen hatte eine große Liebe zum
Dienst an den Menschen. So verwundert es nicht, wenn er durch seine liturgischen
und katechetischen Bemühungen neues Leben in die von ihm übernommene
Pfarre brachte. Vor allem die Jugend hatte es ihm angetan. Er versuchte
sie mit einer Reihe von religiösen, sozialen und sportlichen Programmen
zu begeistern.
Aber
die Zeiten änderten sich. 1940 trat Bulgarien in den zweiten Weltkrieg
ein. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen drang die Sowjetunion
1944 in Bulgarien ein und bezwang das Land militärisch, politisch
und ideologisch. Nach dem Tod von Bischof Theelen 1946 wurde P. Eugen
1947 zum Bischof von Nicopolis geweiht. In dieser Zeit
war die Kirche starken Repressalien seitens des Staates ausgesetzt, welcher
versuchte die Religion zu zerstören. 1948 erhielt Bischof Bossilkov
die Erlaubnis zum „Ad limina“ Besuch nach Rom zu fahren, wo ihn Papst
Pius XII. empfing. Diese Gelegenheit nutzte er um Freunde und Bekannte
in Holland zu besuchen. Unter den Freunden und Bekannten befand sich auch
unser Mitbruder P. Markus Vergeer aus Holland. Bischof Bossilkov kehrte
im Anschluss daran in seine Diözese zurück, obwohl ihm geraten
wurde, dies nicht zu tun. Er sagte: „Ich bin der Hirte meiner Schafe.
Ich kann die Herde nicht im Stich lassen.“ Nach Bulgarien zurückgekehrt,
bereitete er durch zahlreiche Unternehmungen sein Volk auf die religiöse
Verfolgung vor.
1949
wurde die apostolische Delegation, welche sich nach Bulgarien aufgemacht
hatte, abgewiesen und weitere Schritte wurden unternommen, um die Katholische
Kirche zu zerstören und eine Nationalkirche aufzubauen. Gesetze wurden
erlassen, um alle ausländischen Missionare auszuweisen, Kircheneigentum
zu beschlagnahmen und die Ordensmitglieder im Land zu unterdrücken.
1950-51 zog sich die Schlinge der Verfolgung immer enger. 1952 begannen
Massenverhaftungen von kirchlichen Amtsträgern. Bischof Bossilkov
wurde gemeinsam mit 40 anderen Priestern, Ordensleuten und Laien am 16.
Juli 1952 in einem Haus außerhalb Sophias verhaftet. Er
wurde ins Gefängnis nach Sophia gebracht, wo er physisch und mental
gefoltert wurde, um einen Abfall von seiner Glaubensüberzeugung zu
erzwingen. Am 20. September veröffentlichte das Parteiblatt auf der
Titelseite falsche Anschuldigungen gegen Bischof Bossilkov. Am 3. Oktober
wurde ein Scheinprozess durchgeführt.
Bischof Bossilkov wurde angeklagt, der Anführer einer katholischen
Spionageorganisation zu sein. Der Prozess endete mit einem Schuldspruch.
Mehrere Angeklagte wurden zum Tod durch Exekution verurteilt.
Als Bischof Bossilkov zum letzten Mal lebend gesehen wurde sagte er zu
seiner Nichte und zu seinen Freunden: „Macht euch um mich keine Sorgen;
Gott hat mir seine Gnade geschenkt, und ich bleibe Christus und der Kirche
treu.“
Am 11. November 1952 um 11:30 Uhr wurde er im Gefängnis
von Sophia erschossen. Sein Leichnam wurde in ein Massengrab für
Kriminelle geworfen. Der Ort des Grabes ist leider nicht mehr bekannt.
Bischof Eugen Bossilkov wurde am 15. März 1998 von
Papst Johannes Paul II., während einer Heiligen Messe im Petersdom,
seliggesprochen. Der Bischof und Märtyrer Vincent Eugene Bossilkov
trank aus dem geistigen Felsen, welcher Christus ist, so der Heilige Vater
in seiner Ansprache. Er war ein glaubensstarker Nachfolger des Gründers
der Kongregation, des heiligen Paul vom Kreuz. Er pflegte die Betrachtung
der Passion. In seinem Martyrium gab er sich selbst, ohne zu zögern,
für seine Gemeinde hin.

Tagesgebet
Gott.
Du hast
dem seligen Bischof Eugen die Kraft geschenkt,
bis
zum Zeugnis des Blutes seine Herde im Glauben und in der Einheit
der
Kirche zu bewahren.
Er fürchtete
sich nicht, für Dich zu sterben.
Hilf
uns, nach seinem Vorbild, fest im Bekenntnis des Glaubens zu leben.
Darum bitten wir
durch Jesus Christus.
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