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Selige
und Heilige Seliger Bernhard M. Silvestrelli |
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Am Montag, dem 7. November 1831, kommt das dritte Kind von Gian Tommaso Silvestrelli und seiner Frau, der Marchesa Teresa Gozzani, zur Welt. Noch am selben Tag wird der Junge in der Kirche S. Maria sopra Minerva auf die Namen Cesare Pietro getauft. Cesare erhält eine dem gesellschaftlichen Rang seiner Familie entsprechende Erziehung. Die Elementarkenntnisse vermittelt ihm ein Hauslehrer. Von 1840—1847 besucht er das Römische Kolleg der Jesuiten, woraus sich die heutige päpstliche Universität Gregoriana entwickelt hat. Vor der Entscheidung Eines Tages ist er mit
dem Conte Giuseppe Cencelli auf der Jagd in den Wäldern, die Soriano nel
Cimino (Viterbo) umgeben. Bei Einbruch der Dunkelheit müssen die beiden
erkennen, daß sie den Wald während der Nacht nicht mehr durchqueren können.
Erst am folgenden Morgen erfährt er, daß es das Wecken war, das die Brüder im Herzen der Nacht zum Gebet gerufen hatte. Cesare ist tief bewegt. Beim Abschied grüßt er den Pförtner mit den Worten: „Das ist das Haus des Paradieses.“ Er kehrt nach Rom zurück, und in seinem Herzen faßt er den Entschluß: Auch ich möchte ein Passionist werden. Beginn eines neuen Lebens Am 25. März 1854 tritt er im Alter von 22 Jahren in das Passionistennoviziat auf dem Monte Argentario (Toskana) ein. Das strenge Leben der Passionisten begeistert ihn, doch seine Gesundheit hält den hohen Anforderungen nicht stand. So ist er gezwungen, das Noviziat wieder zu verlassen. Er bittet jedoch den Generaloberen, als Gast im Kloster Presentazione auf dem Argentario bleiben zu können. Dort studiert er Theologie und wird am 22. Dezember 1855 zum Priester geweiht. Am 1. April 1856 kommt er nach Morrovalle (Macerata), um das Noviziat wiederaufzunehmen. Bei der Einkleidung am 27. April nimmt er den Namen Bernhard M. von Jesus an, als Zeichen, daß nun ein neues Leben für ihn beginnt. Sein Gefährte im Noviziat ist zeitweise der hl. Gabriel von der schmerzhaften Mutter. Am 28. April 1857 legt er seine Ordensgelübde als Passionist ab. Danach (1857—1860) vervollkommnet er noch in Recanati (Marken) seine theologischen Studien. In den folgenden Jahren sorgt er als Studentendirektor und Novizenmeister für eine gute Ausbildung des Ordensnachwuchses. Außerdem bekleidet er ab dem Jahre 1869 das Amt des Hausoberen im Kloster zur Hl. Stiege (Scala Santa) in Rom. 1875 wählt man ihn zum ersten Konsultor und später zum Vize-Provinzial der römischen Provinz. Ordensgeneral In dieser Eigenschaft nimmt er 1878 am Generalkapitel der Passionisten teil, und am 4. Mai wird er zum Generaloberen gewählt. Damit beginnt Bernhard im Geist des Gehorsams einen Dienst, der 24 Jahre dauern wird. Er übernimmt die Leitung der Kongregation in einem geschichtlich schwierigen Augenblick. Im Jahre 1878 findet
er sechs Ordensprovinzen vor, die unter seiner Amtsführung auf 12 anwachsen
werden. Die Zahl der Ordensleute wächst in dieser Zeit von 750 auf 1490.
In seinen Mußestunden schreibt er verschiedene Bücher, um den Brüdern zu helfen, das passionistische Charisma zu entdecken, zu lieben und zu leben. P. Bernhard Silvestrelli (Mitte) am ersten Provinzkapitel in Bilbao 1893. 1907 verzichtet er auf sein Amt als General. Papst Pius X., der P. Bernhard sehr schätzt, möchte ihn 1909 zum Kardinal machen. Doch der greise Passionist antwortet dem Fürsten Ruspoli, der ihm die Botschaft des Papstes überbringt: „Sagen Sie dem Hl. Vater, daß ich, wenn er mir den roten Hut schickt, ihn dort an den Nagel hänge.“ Im Sabiner Land Am 16. Juni 1911 erreicht er Moricone. Dem Ordensbruder, der ihn zum Bahnhof von Gallese begleitet hatte, sagt er, die Hand in Richtung Moricone erhebend: „Dort werde ich durch einen Sturz nach hinten sterben.“ Die düstere Voraussage bewahrheitet sich am frühen Nachmittag des 9. Dezember 1911. Nach der Mittagsrekreation fällt P. Bernhard rückwärts eine Treppe hinunter. Die Mitbrüder, durch den Lärm alarmiert, laufen sofort herbei. Doch für den alten Mann kommt jede Hilfe zu spät. Man hört ihn noch murmeln: „0 mein Jesus!“ Darauf empfängt er das Sakrament der Krankensalbung und betend stirbt er. Doch das Volk von Moricone und des Sabiner Landes bewahrt ihm stets ein ehrendes Andenken. Angezogen durch das Beispiel seiner Heiligkeit, suchen viele Pilger sein Grab auf, um Schutz und Hilfe zu erlangen. Am 17. April 1932 werden seine sterblichen Überreste vom Friedhof in die Kirche der Passionisten zu Moricone übertragen. Papst Paul VI. erklärt am 18. Oktober 1973 die Heroizität der Tugenden. Johannes Paul II. spricht ihn am 16. Oktober 1988 zusammen mit dem Passionistenpater Karel Houben selig.
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