Die Passionisten in Süddeutschland und Österreich

Vizeprovinz von den heiligen fünf Wunden

 

Wer sind die Passionisten?

 

Unsere Kongregation ist von der Kirche eingesetzt worden als eine authentische und eigene Form des Ordenslebens innerhalb der katholischen Kirche.

Ihr Name lautet: “Kongregation vom Leiden Jesu Christi“. Die Mitglieder der Kongregation werden „Passionisten“ genannt. Sie ist eine religiöse Klerikergemeinschaft päpstlichen Rechts. Sie besteht aus Priestern und Laienbrüdern.

Das Ordenskleid der Mitglieder unserer Kongregation besteht aus einem schwarzen Habit, dem Passionszeichen und dem Gürtel.

Die Passionisten leben in Gemeinschaft und verkündigen den Menschen das Evangelium Christi, besonders das Evangelium der Passion. Ihr Leben ruht auf den beiden Grundpfeilern: Gebet und Predigt. Passionisten sind aktive Kontemplative, die auf kreative Weise Kontemplation und aktives apostolisches Leben miteinander verbinden. Diese Gemeinschaft wurde vom Hl. Paul vom Kreuz (1694-1775) im Jahre 1720 in Italien gegründet.

Der Gründer sah in der Passion Jesu „das größte Werk der göttlichen Liebe“ und im Gedenken daran das geeignetste Mittel, um die Kräfte des Bösen zu überwinden. Er hinterließ seinen Nachfolgern die Aufgabe, ihren Zeitgenossen die Liebe Gottes zu verkünden, wie sie sich im Leiden, im Tod und in der Auferstehung Jesu zeigt.

 

VERBREITUNG

Beim Tod des Gründers 1775 war die Kongregation der Passionisten nur in Mittelitalien verbreitet. Obwohl Paul vom Kreuz selbst bereits daran gedacht hatte, Mitglieder seiner Gemeinschaft in die Auslandsmission zu senden, wurde dieser Gedanke erst im Jahre 1781 verwirklicht mit der Eröffnung der ersten Mission unter den Katholiken in Nordbulgarien.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts musste das noch junge Institut die durch die napoleonischen Gesetze verhängte Klosteraufhebung erleben. Die Wiederaufnahme des klösterlichen Lebens begann im Jahre 1814. In der ersten Hälfte des 19. Jh. wurden Kommunitäten in Belgien, Frankreich, England und Irland gegründet. 1852 machten die Passionisten ihre erste Gründung in den USA. In den folgenden Jahren verbreiteten sie sich in Mexico und in anderen Ländern Lateinamerikas. 1878 wurde eine Gruppe nach Spanien geschickt und, wenig später, nach Australien. Gatterburg / München – Pasing

1921 begaben sich einige Passionisten in die Mission nach China. 1922 erfolgte die Gründung in Deutschland [Bild rechts] und ein Jahr danach in Polen. 1925 kamen sie nach Österreich [Bild unten]. 1930 begannen die Passionisten mit ihrer missionarischen Tätigkeit im Kongo und 1934 in Tansania. 1946 kamen sie in Indonesien an, 1951 in Schweden, 1954 in Japan und 1981 in Indien.

Maria Schutz am Semmering (Österreich) 1932

Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Holland und Belgien

Heute gibt es mehr als 2000 Passionisten mit über 400 Niederlassungen in 54 Nationen auf allen fünf Erdteilen. Die Kongregation ist eingeteilt in Provinzen, Vizeprovinzen und Vikariate. An ihrer Spitze steht ein Generaloberer, der bei der Leitung der Kongregation durch 4 Berater (Konsultoren) unterstützt wird. Der Sitz der Ordensleitung ist das Kloster der hl. Johannes und Paulus in der Nähe des Kolosseums in Rom, das zugleich als internationales Studienhaus dient.

 

GEISTLICHES TESTAMENT DES GRÜNDERS

Hl. Paul vom Kreuz„Vor allem empfehle ich die Beachtung jener heiligen Ermahnung, die Jesus Christus seinen Jüngern gab: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. (…) Desweiteren empfehle ich Euch, dass in der Kongregation immer mehr der Geist des Gebetes, der Geist der Einsamkeit und der Armut aufblühe. Seid gewiß: wenn man diese drei Dinge bewahrt, wird die Kongregation leuchten wie die Sonne im Angesicht Gottes und der Völker.“

 

AUS DEN KONSTITUTIONEN DER KONGREGATION VOM LEIDEN JESU CHRISTI

Die Berufung zum Passionistenleben

1. Der heilige Paul vom Kreuz sammelte Gefährten, damit sie in Gemeinschaft leben und den Menschen das Evangelium verkünden.
Im Anfang gab er ihnen den Namen: „Die Armen Jesu“. Ihr Leben sollte nämlich auf die evangelische Armut gegründet sein, welche die notwendige Voraussetzung ist, um die anderen evangelischen Räte befolgen zu können, um im Gebet zu verharren und um das Wort vom Kreuz unablässig zu verkünden.
Er wollte, dass alle, die sich ihm anschließen, wie die Apostel leben und einen tiefen Geist des Gebetes, der Buße und der Einsamkeit pflegen, um zur innigsten Vereinigung mit Gott zu gelangen und Zeugen seiner Liebe sein zu können.
Er war mit den Nöten und Leiden der Menschen seiner Zeit wohl vertraut. Als wirksamstes Mittel dagegen verkündete er mit großem Nachdruck das Leiden Christi, „das größte und überwältigendste Werk der Liebe Gottes“.

2. Die Kirche erkannte beim heiligen Paul vom Kreuz das Wirken des Heiligen Geistes. Mit höchster Autorität bestätigte sie unsere Kongregation und ihre Regel und gab uns den Auftrag, durch unser Leben und unser Apostolat das Evangelium vom Leiden Jesu zu verkünden.
Diese Sendung behält ihre Kraft und zeitlose Gültigkeit. Um sie zu erfüllen, leben wir in apostolischen Gemeinschaften zusammen und arbeiten für das Kommen des Reiches Gottes. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe streben wir, trotz menschlicher Begrenztheit danach, dem Geist des Evangeliums und dem Erbe unseres Gründers treu zu bleiben.

3. Wir sind uns bewusst, dass die Passion Christi in dieser Welt fortdauert bis er wiederkommt in Herrlichkeit. Wir nehmen Anteil an den Freuden und Leiden der Menschheit, die zum Vater pilgert. Wir teilen vor allem die Not jener, die arm und verlassen sind und bemühen uns, ihnen Trost zu bringen und die Last ihrer Leiden zu lindern.
Aus der Kraft des Kreuzes Christi, die Weisheit Gottes ist, empfangen wir die Fähigkeit, mitzuhelfen, die Ursachen menschlichen Leides zu überwinden.
Durch den Dienst am Wort vom Kreuz ist unsere Sendung deshalb auf die Verkündigung des Evangeliums ausgerichtet, damit alle Menschen Christus und die Kraft seiner Auferstehung erkennen. Jeder, der an den Leiden des Herrn teilnimmt, wird ihm in seinem Tode ähnlich, um so zu seiner Herrlichkeit zu gelangen. (vgl. Phil 3, 10 – 11)
Wir alle widmen uns diesem Apostolat, jeder nach seinen Möglichkeiten und Talenten.

4. Wir nehmen bereitwillig die Verpflichtungen an, die der persönlich Anruf des Vaters zur Nachfolge des gekreuzigten Christus jedem einzelnen von uns auferlegt, nämlich:
> das fortwährende Bemühen, das Evangelium zur höchsten Norm und Richtschnur unseres Lebens zu machen;
> die ständige Bereitschaft, frohen Herzens in brüderlicher Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten und die Konstitutionen im Geiste des heiligen Paul vom Kreuz zu beobachten;
> die starke Entschlossenheit, den Geist des Gebetes in uns zu pflegen und andere das Beten zu lehren;
> schließlich eine große Aufmerksamkeit für die Nöte der Brüder zu haben und danach zu streben, sie durch die Botschaft vom Kreuz zur Fülle der christlichen Berufung zu führen.

Der Passion des Herrn geweiht

5. Im Leiden Christi verwirklichen wir die Einheit unseres Lebens und unseres Apostolates. Seine Passion offenbart die Kraft Gottes, welche die Welt durchdringt, um die Macht des Bösen zu vernichten und das Reich Gottes aufzubauen.
Wir sind berufen an der Sendung dessen teilzuhaben, „der sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm“ (Phil 2,7). In beständigem Gebet schauen wir auf Christus, der in der Hingabe seines Lebens die Liebe Gottes zu uns Menschen offenbart und uns den Weg zeigt, den wir gehen müssen, um zum Vater zu gelangen. Dieses Schauen auf den Herrn befähigt uns immer mehr, seine Liebe zu bezeugen und anderen zu helfen, ihr Leben in Christus dem Vater zu weihen.

6. Unsere Teilhabe an der Passion Christi, die zugleich persönlicher, gemeinschaftlicher und apostolischer Natur ist, findet ihren Ausdruck in einem besonderen Gelübde. Durch dieses Gelübde verpflichten wir uns, das Gedächtnis des Leidens Christi durch Wort und Tat zu verbreiten, um ein tieferes Bewusstsein seiner Bedeutung und seiner Kraft für jeden einzelnen Menschen und für das Leben der Welt zu wecken.
Durch diese Verpflichtung nimmt unsere Kongregation ihren Platz in der Kirche ein und weiht sich ganz der Erfüllung ihrer Sendung.
Im Licht dieses Gelübdes leben wir die evangelischen Räte. Wir bemühen uns, dieses besondere Versprechen in unserem alltäglichen Leben zu verwirklichen.
Auf diese Weise werden unsere Gemeinschaften in der Kirche und in der Welt zu einem Sauerteig der Erlösung. Wir führen ein Leben, das dem Gedächtnis der Passion Christi in unserer Zeit geweiht ist.