Sel. Eugen vom Hl. Herzen Jesu 13. 11.

Der Passionistenbischof und Märtyrer, Eugen Bossilkov, wurde am 16. November 1900 in Belene (Bulgarien) geboren. Seine Eltern waren katholische Bauern und gehörten dem lateinischen Ritus an.

1914 begann er sein Studium bei den Passionisten, welche seit 1781 in Nordbulgarien missionierten. Am 28. April 1919 wurde er mit dem Habit der Passionisten bekleidet. Er durchlief Seminare in Belgien und Holland und legte am 29. April 1920 seine Profess ab. 1924 kehrte er nach Bulgarien zurück, um seine theologischen Studien wiederaufzunehmen und wurde schließlich 1926 von Bischof Damian Theelen (Passionist) zum Priester geweiht.

1927 wurde er nach Rom gesandt, um dort am päpstlichen orient–alischen Institut zu promovieren. Seine These: Die Einheit der Bulgaren mit der römischen Kirche im frühen 13. Jahrhundert, verteidigte er erfolgreich. 1933 kehrte er in seine Diözese zurück und wurde Sekretär des Bischofs und Dompfarrer. P. Eugen hatte eine große Liebe zum Dienst an den Menschen. So verwundert es nicht, wenn er durch seine liturgischen und katechetischen Bemühungen neues Leben in die von ihm übernommene Pfarre brachte. Vor allem die Jugend hatte es ihm angetan. Er versuchte sie mit einer Reihe von religiösen, sozialen und sportlichen Programmen zu begeistern.

Aber die Zeiten änderten sich. 1940 trat Bulgarien in den zweiten Weltkrieg ein. Nach dem Rückzug der deutschen Truppen drang die Sowjetunion 1944 in Bulgarien ein und bezwang das Land militärisch, politisch und ideologisch. Nach dem Tod von Bischof Theelen 1946 wurde P. Eugen 1947 zum Bischof von Nicopolis geweiht. In dieser Zeit war die Kirche starken Repressalien seitens des Staates ausgesetzt, welcher versuchte die Religion zu zerstören. 1948 erhielt Bischof Bossilkov die Erlaubnis zum „Ad limina“ Besuch nach Rom zu fahren, wo ihn Papst Pius XII. empfing. Diese Gelegenheit nutzte er um Freunde und Bekannte in Holland zu besuchen. Unter den Freunden und Bekannten befand sich auch unser Mitbruder P. Markus Vergeer aus Holland. Bischof Bossilkov kehrte im Anschluss daran in seine Diözese zurück, obwohl ihm geraten wurde, dies nicht zu tun. Er sagte: „Ich bin der Hirte meiner Schafe. Ich kann die Herde nicht im Stich lassen.“ Nach Bulgarien zurückgekehrt, bereitete er durch zahlreiche Unternehmungen sein Volk auf die religiöse Verfolgung vor.

1949 wurde die apostolische Delegation, welche sich nach Bulgarien aufgemacht hatte, abgewiesen und weitere Schritte wurden unternommen, um die Katholische Kirche zu zerstören und eine Nationalkirche aufzubauen. Gesetze wurden erlassen, um alle ausländischen Missionare auszuweisen, Kircheneigentum zu beschlagnahmen und die Ordensmitglieder im Land zu unterdrücken. 1950-51 zog sich die Schlinge der Verfolgung immer enger. 1952 begannen Massenverhaftungen von kirchlichen Amtsträgern. Bischof Bossilkov wurde gemeinsam mit 40 anderen Priestern, Ordensleuten und Laien am 16. Juli 1952 in einem Haus außerhalb Sophias verhaftet. Er wurde ins Gefängnis nach Sophia gebracht, wo er physisch und mental gefoltert wurde, um einen Abfall von seiner Glaubensüberzeugung zu erzwingen. Am 20. September veröffentlichte das Parteiblatt auf der Titelseite falsche Anschuldigungen gegen Bischof Bossilkov. Am 3. Oktober wurde ein Scheinprozess durchgeführt.
Bischof Bossilkov wurde angeklagt, der Anführer einer katholischen Spionageorganisation zu sein. Der Prozess endete mit einem Schuldspruch. Mehrere Angeklagte wurden zum Tod durch Exekution verurteilt.
Als Bischof Bossilkov zum letzten Mal lebend gesehen wurde sagte er zu seiner Nichte und zu seinen Freunden: „Macht euch um mich keine Sorgen; Gott hat mir seine Gnade geschenkt, und ich bleibe Christus und der Kirche treu.“
Am 11. November 1952 um 11:30 Uhr wurde er im Gefängnis von Sophia erschossen. Sein Leichnam wurde in ein Massengrab für Kriminelle geworfen. Der Ort des Grabes ist leider nicht mehr bekannt.

Bischof Eugen Bossilkov wurde am 15. März 1998 von Papst Johannes Paul II., während einer Heiligen Messe im Petersdom, seliggesprochen. Der Bischof und Märtyrer Vincent Eugene Bossilkov trank aus dem geistigen Felsen, welcher Christus ist, so der Heilige Vater in seiner Ansprache. Er war ein glaubensstarker Nachfolger des Gründers der Kongregation, des heiligen Paul vom Kreuz. Er pflegte die Betrachtung der Passion. In seinem Martyrium gab er sich selbst, ohne zu zögern, für seine Gemeinde hin.

 

 

Tagesgebet

Gott.

Du hast dem seligen Bischof Eugen die Kraft geschenkt,

bis zum Zeugnis des Blutes seine Herde im Glauben und in der Einheit

der Kirche zu bewahren.

Er fürchtete sich nicht, für Dich zu sterben.

Hilf uns, nach seinem Vorbild, fest im Bekenntnis des Glaubens zu leben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Radiovortrag

Sel. Bischof Eugen Bossilkov – Märtyrer für Papst und Kirche, 24 Mb, 52 Min.