Diener Gottes Gerardo Sagarduy

* Zollo, Bilbao 15. Februar 1881

+ Rom , 29. Mai 1962

Gerardo, bürgerlich Francisco, wurde am Nachmittag des 15.
Februars 1881 in Zollo bei Bilbao geboren und knapp drei Stunden später
getauft. Er wuchs in einem religiös geprägten Umfeld auf: Sein Vater Antonio
kannte die Passionisten gut und besuchte oft deren Kloster in Deusto. Unter den
sieben Kindern wurden später zwei Passionisten und zwei Ordensschwestern.
Franciscos Mutter starb im Jugendalter.

Während einer Volksmission der Passionisten fühlte Francisco
sich zum Ordensleben hingezogen. Mit 18 Jahren trat er in das Kloster der
Passionisten ein, getrieben von dem Wunsch, „seine Seele zu retten”. Die
Umstellung auf das neue Leben fiel ihm schwer. Schließlich kehrte er heim, ohne
jemandem von seinem Rückzug zu berichten. Antonio nahm seinen Sohn in Empfang,
missbilligte jedoch die Art und Weise, wie er das Kloster verlassen hatte.
Gemeinsam gingen Vater und Sohn zum Kloster, um dort um Verzeihung zu bitten
und anschließend wieder heimzukehren. In Franciscos Herz geschah etwas
Unerklärliches. Bei ihrer Ankunft bat er um Verzeihung, flehte aber vor allem
darum, im Kloster bleiben zu dürfen. Daraufhin kehrte er nie mehr nach Hause
zurück.

Die Einkleidung fand am 26. Juni 1899 statt, er erhielt den
Namen Gerardo vom heiligen Franziskus. Er war gehorsam, aufmerksam, demütig,
fleißig, freundlich, hilfsbereit und fürsorglich. Am 27. Juni 1900, mit 19
Jahren, legte er die Ordensprofess ab und wurde ins Kloster Corella gesandt.
Dort war er für die Küche, den Garten, die Wäscherei und die Gästebetreuung
zuständig. Jede Aufgabe erfüllte er aus Liebe zu Gott und seinen Mitbrüdern,
ohne je zu vergessen, warum er in den Orden eingetreten war: um seine Seele zu
retten.

Zwei Jahre später wurde er ins Generalat Santi Giovanni e
Paolo nach Rom berufen, wo er bis zu seinem Tod blieb. Bald erhielt er dort die
Erstverantwortung für die Pforte – ein Dienst, der sein Leben prägte. Der
Pförtnerdienst verlangte Klugheit, Taktgefühl, Diensteifer, Nächstenliebe,
Zurückhaltung und innere Ruhe – Eigenschaften, die Gerardo in sich vereinte.

Zusätzlich widmete er sich einer weiteren Aufgabe, durch die
er zu einer Institution wurde. Er kümmerte sich um die Armen. Während des
Ersten Weltkriegs kamen etwa 300 von ihnen mehrmals pro Woche, um etwas zu
essen zu bekommen. Neben der Pforte hatte er einen Raum als Küche eingerichtet.
Er kochte selbst, verteilte die Mahlzeiten und spendete Trost. Er war ihnen ein
Vorbild der Güte und Nächstenliebe. Er betete mit ihnen den Rosenkranz und
mahnte sie, auf den Gekreuzigten zu schauen.

Sein Tag begann sehr früh. Er stand vor allen anderen
Mitbrüdern auf und verbrachte viel Zeit mit Gebet und Betrachtung. Am frühen
Morgen nahm er an der Eucharistiefeier teil und ging dann sofort an seinen
Arbeitsplatz. Sobald die Türglocke klingelte und unerwartete Besucher vor der
Tür standen, unterbrach er seine Arbeit. Wenn jemand mitten in der Nacht ankam,
blieb er wach und wartete im Gebet auf ihn. Einige Kardinäle und Bischöfe
empfahlen sich direkt oder über den Oberen seinem Gebet, wenn sie vor schwierigen
Aufgaben standen.

Gegen Ende seines Lebens litt er unter physischen Schmerzen
und inneren Prüfungen, doch man hörte nie eine Klage aus seinem Mund. Die
letzten Tage seiner Krankheit verbrachte er im ständigen Gebet, und so starb er
schließlich am 29. Mai 1962.


Die Kirche hat Gerardos vorbildlichen Tugendgrad offiziell anerkannt und ihn am 21. Dezember 1991 zum „Ehrwürdigen Diener Gottes” erklärt.

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