* Caldarola, Macerata, 23. Oktober 1859
+ Monte Argentario, 4. Januar 1930
Pater Nazareno von der Unbefleckten Empfängnis war ein Ordensmann der Kongregation der Passionisten.
In seiner Jugend erreichte Nazareno der Ruf, Passionist zu werden. Nach einer prägenden Begegnung mit einem Passionisten in Montecavo bei Rom bat er am 4. November 1881 inständig darum, Laienbruder zu werden. Zu diesem Zeitpunkt war er noch Seminarist in Rom. Der Generalobere, der selige Bernhard Maria Silvestrelli, war jedoch nicht bereit, Nazarenos demütiger Bitte zu entsprechen. Seine Absicht war die Aufnahme von Nazareno als Priesteramtskandidaten; andernfalls wäre ein Eintritt ins Kloster für ihn nicht möglich.
Am 18. November 1881 legte Nazareno schließlich die Soutane des Seminaristen ab und wurde mit dem Habit der Passionisten eingekleidet. Von diesem Zeitpunkt an trug er den Namen Nazareno von der Unbefleckten Empfängnis. Er wurde dann, wie der selige Bernhard es wollte, am 10. März 1883 zum Priester geweiht.
Im Jahr 1893 übernahm er das anspruchsvolle Amt des Novizenmeisters und führte es 29 Jahre lang nahezu ununterbrochen aus. Dieser lange Zeitraum zeigt, welch hohes Ansehen Pater Nazareno in der Gemeinschaft genoss. Er formte seine Schützlinge vor allem durch sein eigenes Leben und erst in zweiter Linie durch seine Worte. Er war ein lebendiges Vorbild, ein leuchtender Zeuge der passionistischen Identität und ein liebevoller Vater. Durch sein tägliches Leben wurde er zu einem glaubwürdigen Lehrmeister der Spiritualität der Passionisten.
Er schreckte vor keinem Opfer zurück und verbrachte z.B. ganze Nächte kniend auf dem Boden im Gebet. Das Gebet war für ihn von essenzieller Bedeutung. Er sagte einmal: „Das Gebet ist die Allmacht des Menschen und die Schwäche Gottes.“
Nazarenos Einfluss auf junge Menschen war groß: Sie öffneten sich ihm vertrauensvoll, er hörte ihnen aufmerksam zu, behandelte sie liebevoll und erkannte ihre Probleme frühzeitig.
Seine Novizen behandelte er mit größter Güte, aber auch sehr resolut. Er war geduldig mit schwachen, aber willigen Anwärtern, jedoch auch streng, wenn er es mit unbeständigen, oberflächlichen und widerspenstigen jungen Männern zu tun hatte.
Er scheute sich nicht, die Novizen entschieden zu verteidigen, forderte von ihnen aber auch, dass sie die Ordensregeln beachten. Er wollte, dass die Novizen den gekreuzigten Jesus ins Zentrum ihres Lebens stellen. So lehrte er ihnen den Geist des Gebets, die Hingabe an den Willen Gottes, die Liebe zur Einsamkeit sowie das gemeinschaftliche Leben in Harmonie und Frohsinn. Zudem legte er großen Wert auf das Seelenheil und das Streben nach Heiligkeit.
Am 4. Januar 1930 starb er schließlich nach langer Krankheit im Kloster San Guiseppe auf dem Monte Argentario. Am 7. September 1989 erklärte ihn Johannes Paul II. zum ehrwürdigen Diener Gottes.


