Erklärung des Passionszeichens

Die besondere Insignie eines jeden Passionisten ist das „Zeichen“, ein herzförmiges Emblem. Es umreißt, in einem Bild, die Bedeutung des Passionistenlebens. Ein weißes Herz wird von einem weißen Kreuz überragt. Im Herzen stehen die drei Worte „JESU ΧΡΙ PASSIO“ – „Das Leiden Jesu Christi“:

JESU – hebräisch Jeschua: Der HERR ist Rettung, Heil.

ΧΡΙ – die ersten drei Buchstaben von griechisch ΧΡΙΣΤΟΣ: Christus – Der Gesalbte, hebräisch – Messias.

PASSIO – lateinisch: Passion, Leiden.

Diese Worte bedeuten: „Das Leiden Jesu Christi“.

Unterhalb sind drei Nägel abgebildet. Sie weisen hin auf die heiligen fünf Wunden unseres Herrn Jesus Christus.

Das Ordenszeichen wird umrahmt von Palm- und Ölzwei. Der Palmzweig ist ein Zeichen des Sieges. Der Ölzweig ist ein Zeichen des Friedens.

Das Herz, das Kreuz, die Inschrift, die Nägel, der Palm- und Ölzweig erinnern an den Wahlspruch von uns Passionisten: „Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus sei immer in unseren Herzen.“ Denn: „Das Leiden Jesu ist das größte und erstaunlichste Werk der göttlichen Liebe!“ (hl. Paul vo Kreuz)

Unser Ordenszeichen ist ein Bekenntnis zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Durch sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung hat er unserem Leben Sinn gegeben.

Unser Zeichen ist ein Bekenntnis zum Kreuz: Es ist Zeichen des Lebens, der Freiheit in Jesus Christus.

Unser Zeichen ist ein Bekenntnis für die Erfahrung, dass Gott die Menschen liebt, jeden Einzelnen ohne Vorbehalt.

Ein besonderes Gelübde

Jeder Passionist legt ein eigenes Gelübde ab, das Gedächtnis an das Leiden Jesu zu fördern. Dieses Gelübde definiert den Zweck der passionistischen Gemeinschaft. Wir versprechen, das Gedächtnis des Kreuzes tief in unserem Herzen zu bewahren und alles in unserer Macht Stehende zu tun, um andere daran zu erinnern.

Warum soll man so etwas versprechen? Die Antwort liegt in der Bedeutung des Kreuzestodes Jesu für die Welt.

Erstens war der Tod Jesu nicht nur eine brutale Hinrichtung eines außergewöhnlichen jüdischen Lehrers und Propheten vor langer Zeit. Sein Tod war ein Ereignis, das die menschliche Geschichte veränderte. Jesus starb, damit andere leben sollten. Gott liebte die Welt so sehr, dass er seinem einzigen Sohn erlaubte, sein Leben für uns hinzugeben. Das Kreuz wird so zum Symbol, das uns sagt: Gottes Liebe ist stärker als der Tod. Passionisten wollen der Welt von dieser Liebe erzählen.

Aber es gibt noch andere Gründe für das Gelübde der Passionisten. Jesu Tod am Kreuz war ein Tod für die Sache der Gerechtigkeit. Er wurde hingerichtet, weil er akzeptierte Werte in Frage stellte. Er war auf der Seite der Armen und Ausgestoßenen. Er verurteilte Strukturen der Unterdrückung. Jesus war ein Prophet, und Propheten erfahren starken Widerstand.

Sein Kreuz erinnert uns daran, dass Christen den Schrei der Armen hören müssen. Wir sind solidarisch mit jenen, die die Gesellschaft vergisst oder sogar ausbeutet. Das Kreuz ist ein Zeichen der Gerechtigkeit. Die Welt an das Kreuz zu erinnern, heißt, die Welt wegen ihrer Ungerechtigkeit und Vernachlässigung herauszufordern. Passionisten fühlen sich dieser Herausforderung verpflichtet.

Schließlich bedeutet, an das Kreuz erinnern, sich an jene in der Welt erinnern, die heute das Kreuz tragen: die Behinderten, die Kranken, die Sterbenden, die Trauernden, die Einsamen—alle, die die Last des Schmerzes tragen. Jesus identifizierte sich selbst mit den „Letzten“. Er teilte ihre Last und brachte ihnen Hoffnung. Auch er trug das Kreuz.

Christen, die an Jesus glauben, finden Kraft im Gedächtnis seines Leidens. Jesus kannte Schmerz und Tod. Er kostete auch den Sieg immerwährenden Lebens. Tod ist nicht das letzte Wort für die, die glauben. Auch das ist Teil der Auferstehungsbotschaft, die Passionisten der Welt verkünden.

Das besondere Zeichen, das wir tragen, soll eine feierliche Verpflichtung symbolisieren, Gottes große Liebe zu verkünden, die durch das Kreuz Jesu offenbar wurde. Wir nähren dieses Gedächtnis in unseren Herzen durch das Gebet. Wir teilen diese gute Nachricht mit der ganzen Welt. Wir verkündigen sie durch das Predigtapostolat, in unseren Pfarreien und Exerzitienhäusern, durch Radio und Fernsehen, und durch unsere Präsenz in Krankenhäusern, Klassenzimmern, Universitäten, Missionen und in jenen Aufgaben, die der Gemeinschaft dienen.